Schüleraustausch, Indien, letzter Erfahrungsbericht

Indien Erfahrungsbericht:
Wie oft habe ich in diesen zwei Wochen den Slogan „Incredible India“ gehört. Dies ist meiner Meinung nach das einzige Wort, womit man Indien beschreiben kann.

Es war eine unfassbare, unvorstellbare Reise. Schon als wir am Flughafen ankamen, sahen wir eine Menge neue Dinge und verschiedenartige Menschen. Von diesem Zeitpunkt an stoppte es auch nicht mehr. Bei einer Bevölkerung von ca. 18 Millionen Menschen in Delhi und vielen Weiteren in den Städten Amritsar, Agra und  Jaipur, welche wir ebenso besuchten. Es gab immer wieder neue, ungewohnte Dinge, die man beobachten konnte.

Die große Menge an Eindrücken konnte man schon nach wenigen Stunden nicht mehr verarbeiten. Auch nun, obwohl ich schon wieder zu Hause sitze und mir viele Gedanken über Indien gemacht habe, sind noch viele Gedanken in meinem Kopf unverarbeitet und warten darauf „überdacht“ zu werden. Es wird allerdings noch eine ganze Weile dauern, bis ich alle Erlebnisse verarbeitet und verstanden habe.
Nun zu den Eindrücken, welche mich beeindruckt, aber auch beängstigt haben. Eines Tages ging ich aus dem Haus und machte mich auf dem Weg zum Schulbus. Mir kam ein Hund mit einer Zeitung im Mund entgegen. Dies war hier ein normaler Weg seine Zeitung ins Haus geliefert zu bekommen. Nur wenige Meter weiter war ein Zeitungsjunge, welcher die Zeitung mit voller Kraft auf den Balkon des 3. Stockwerks schleuderte. Ich fragte meinen Austauschpartner, was denn passiere wenn er den falschen Balkon träfe. Er antwortete, dass dies nie passiere. Er sei ein sehr guter Werfer.

Nach einiger Beobachtungszeit wurde mir klar, was er damit meinte. Er traf immer und zwar mit einer gewissen Leichtigkeit. Nach der Fahrt in einem Schulbus, der drohte jeden Moment auseinander zu fallen, kamen wir an der Schule an. Die alltägliche Zeremonie, bei der sich alle 3500 Schüler versammelten und gemeinsam beteten und die Nationalhymne sangen, beeindruckte mich stark. Der Unterricht hingegen schien mir sehr einfach und nicht gut organisiert. Es war keine Seltenheit, dass Schüler einfach aus dem Unterricht gingen oder sich lautstark mit den Lehrern stritten. Als die Schule vorbei war und auch die Busfahrt zurück wieder lebendig überstanden war, ruhte ich mich meist ein wenig aus, bevor ich und meine Gastfamilie etwas gemeinsam unternahmen. Das Verrückteste was ich in Indien beobachtet habe, war auf jeden Fall der Verkehr. Alle fuhren wie sie wollten, es gab keine sichtbaren Verkehrsregeln und die meisten Autos fuhren mit eingeklapptem Seitenspiegel, da er sonst schnell nicht mehr an seinem Platz gewesen wäre. Keine Seltenheit war auch, dass man ein Roller mit vier oder sogar fünf Leuten sah, wobei alle nur ein T-Shirt, Shorts und Flip-Flops trugen. Helme besaßen auch nur wenige Motoradfahrer, da viele ja einen Turban trugen und dieser der Sicherheit vorging.
Delhi hatte unglaublich viele Sehenswürdigkeiten, Tempel und Restaurants, die man besuchen konnte. Wir besichtigten eine Vielzahl an den Nachmittagen. Die sogenannten Restaurants hingegen, waren meist Straßenhändler, die ihre Speise für kleines Geld an den Mann brachten. Ich probierte des Öfteren und muss sagen, dass viele indische Spezialitäten gar nicht schlecht waren.
Ich könnte jetzt noch viele mehr über Indien erzählen. Man kann dieses Land und seine Kultur nicht in einem Text zusammenfassen. Um Indien richtig verstehen zu können, muss man dort gewesen sein. Ich persönlich habe gemerkt, wie schön Deutschland ist und wie angenehm es ist, hier zu leben. Für diese Bereicherung meines Lebens bin ich allen sehr dankbar, die diese Reise organisiert und möglich gemacht haben.
Von Julius Faubel