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Schüler des Röntgen-Gymnasiumsin in Indien

Rajasthan mit Jaipur, den Punjab und zum Abschluss noch die 18-Millionen-Metropole Neu Delhi haben sie bereist. Fünf Schüler des Röntgen-Gymnasiums lernten im April die Extreme des indischen Subkontinents kennen - und manche auch schätzen.

Es soll der Auftakt zu einem dauerhaften Austauschprogramm sein. Dazu machten sich Jasmin Auf dem Kampe, Daniela Bese, Sören Eschweiler, Julius Faubel und Oleksander Pashkur dazu auf, ein ganz fremdes Leben zu entdecken. Im April reisten sie mit 19 Schülern des Gymnasiums Schwertstraße in Solingen durch den Norden Indiens.
Einfach alles sei anders dort: laut, bunt, überwältigend - aber auch bedrückend und dreckig. Die Schüler haben viel Armut gesehen. "Indien ist ein Land der Extreme", sagt Stefanie Pirags, eine der begleitenden Lehrerinnen.
 
Das Essen ist scharf und schwer verdaulich
"Für mich war es ein Abenteuer", erzählt Daniela Bese. Die 15-Jährige tut sich schwer mit ihrer Begeisterung. "Es gibt einfach so viele Dinge und Werte, die für uns selbstverständlich sind, die dort so ganz anders oder gar nicht gelten." Duschen? Mit einem Eimer. Bett? Hat sie mit Gastschwester und Gastmutter geteilt. Essen? Scharf und schwer verdaulich. Schule? Mit Nationalhymne und Schuluniform. Armut? Überall - Reichtum direkt daneben.
 
Ihre Mitschüler würden sofort wieder dorthin fahren. "Das aufregendste waren nicht einmal die Monumente", erklärt Julius Faubel. Für den 18-Jährigen waren es die Eindrücke von Land und Leuten. "Viele Klischees stimmen einfach", ergänzt Kathrin Symalla, die zweite Begleiterin der Lenneper Schüler.
 
Eines dieser Klischees ist die unfassbare Gastfreundschaft. "Mein Gastbruder war tatsächlich beleidigt, als ich mal mein Essen bei McDonald`s selber bezahlen wollte", erzählt Oleksander Pashkur. Seine Gastfamilie war eine der wohlhabenden, seine Eindrücke unterscheiden sich von denen der anderen. Aber auch ihre Familien taten alles für die Gäste. Egal, was es kostete.
 
Die fünf Rögy-Schüler waren von ihren Begleitern relativ unabhängig, es gab kein gemeinsames Programm in Neu Delhi. "Wir waren wirklich Teil der Familien", berichtet Sören Eschweiler. Auch am abenteuerlichen Straßenverkehr nahmen sie teil. Der 18-Jährige wurde auf der Autobahn - zweispurig wird in Indien gerne mal fünfspurig befahren - gefragt, ob er mal fahren wolle. Er lehnte dankend ab. Und Jasmin saß landestypisch mit drei Mann auf einem Motorrad. Überhaupt, die 15-Jährige ist von Indien völlig begeistert: "Es war einfach phantastisch."
 
Nicht jeder kommt in Indien zurecht
In Zukunft soll es regelmäßig eine Indienfahrt geben. Ersteinmal müssen die indischen Schüler aber nach Deutschland kommen. Der erste Versuch war an den Terminen für die Visa gescheitert, im Herbst wollen die Remscheider ihre Gäste dann tatsächlich im Bergischen begrüßen.
"Für die nächste Fahrt werden wir dann sicherlich auch mehr als fünf Anmeldungen haben", ist sich Lehrerin Pirags sicher. Aber sie weiß auch, dass sie wird auswählen müssen. Der Trip eignet sich nicht für jeden Schüler. Sie glaubt, dass nicht jeder Schüler mit der außergewöhnlichen Situation dort zu recht kommt.
 
(Quelle: RGA-Online vom 16.06.2011, von Bastian Hamacher)