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60 Preise für junge Forscher

Leverkusen (RP) Zum 46. Mal fand der Landeswettbewerb von "Jugend forscht" bei Bayer statt. 79 Nachwuchsforscher bewiesen Ideenreichtum und Kreativität bei ihren Projekten. Neun dürfen anschließend zum Bundeswettbewerb nach Kiel.  

Sie beschäftigen sich mit Mondumlaufbahnen, der dreidimensionalen Rekonstruktion von Bewegungen, betreiben Kernforschung (am Apfel) oder messen die Beleuchtungsstärke von Bakterien: 79 junge Forscher aus ganz NRW präsentierten gestern im Bayer Kommunikationszentrum ihre Ergebnisse beim 46. Landeswettbewerb "Jugend forscht". "Die Qualität der Arbeiten war sehr hoch", resümiert Wettbewerbsleiter Dieter Römer und lobt die "tollen Jugendlichen", die alle hochmotiviert bei der Sache seien und viel Freizeit in ihre Projekte investiert hätten.
Technik am stärksten vertreten
Das sollte nun auch belohnt werden, weshalb insgesamt fast 60 Preise vergeben wurden. Neun der Nachwuchsforscher können beim Bundeswettbewerb in Kiel teilnehmen. Aus Leverkusen war diesmal kein junger Forscher dabei. Traditionsgemäß sind nur ein Drittel der Teilnehmer weiblich. Eine davon ist Isabell Arend aus Duisburg, die im Bereich Mathematik eine Formel gefunden hat, die selbst der Computer nicht errechnen kann. "Sehr theoretisch" nennt sie selbst ihre Arbeit und fügt schmunzelnd hinzu, dass sie damit herausgefunden habe, dass Menschen "schlauer sind als Computer", sagt die 17-Jährige. Sie ist eine von acht Jugendlichen, die im Bereich Mathe forschten und hat gleich den ersten Preis gewonnen.
Am stärksten vertreten ist der Bereich Technik mit 17 Teilnehmern. Jonas van Stappen und Jannik Nahrgang vom Röntgen-Gymnasium in Remscheid-Lennep haben eine Apparatur entwickelt, mit der man Wasser mit Solarkraft entsalzen und damit küstennahe Gebiete bewässern kann. "Mit Parabolspiegeln wird das Sonnenlicht konzentriert", erklärt van Stappen. Das hätte den Vorteil, dass auch Staaten, die kein Öl oder Gas zur Verfügung hätten, Wasser aus dem Meer nutzen könnten. Für ihre Erfindung wurden die 18-jährigen Forscher gestern mit dem Sonderpreis Erneuerbare Energien ausgezeichnet.
Den zweiten Preis im Bereich Chemie sicherten sich Henrik Sadlowski und Lutz Adams aus Remscheid, die beide bereits ihren Zivildienst absolvieren. Die 20-Jährigen haben eine Polymerbeschichtung für Katheter erfunden, mit der man verlustfrei Medikamente an einer bestimmten Stelle freisetzen kann. Beide interessiert an der Arbeit, dass sie forschen und gleichzeitig eine praktische Anwendung dafür entwickeln können. Die Patentanmeldung für ihre Idee läuft bereits.
Im Bereich Arbeitswelt belegten Julian Joosten und David Busch aus Viersen den zweiten Platz. Die beiden Azubis der Firma Voith Paper haben eine spezielle Bohrvorrichtung für Bremsbacken entwickelt, die nicht nur ihnen künftig die Arbeit mit den Papierwalzen erleichtern soll. Mit einem 3D-Modell demonstrieren sie gestern am Stand bei Bayer ihre Entwicklung. "Die Forschung hat uns enorm weitergebracht", erzählt Julian Joosten.
Wiesenstriegel erleichtert Arbeit
Für ihre Entwicklung eines Wiesenstriegels mit hydraulischer Zinkendruckregelung haben sich Benedikt Hübner, Daniel van Husen und Jonas Hankel aus Büderich, alle Auszubildende bei der Firma Lemken in Alpen, für den dritten Platz im Bereich Arbeitswelt qualifiziert. "Unser Wiesenstriegel erleichtert die Arbeit auf den Feldern", erklärt der 19-jährige Hübner, der sich von zu Hause aus mit Landmaschinen auskennt. Spaß gemacht habe die Idee selbstständig umzusetzen und zu sehen, wie so "ein großes Teil" entsteht, wie Daniel van Husen (17) betont.

(Quelle: RP-Online VON MARION MEYER / 14.04.2011)