MINT-Camp DNA-Analyse an der Jacobs University in Bremen

Text: Sabrina Kalbitz, Q1

Schon seit einigen Jahren gibt es die Möglichkeit für Schüler einer MINT-EC-Schule an sogenannten MINT-Camps teilzunehmen, um einerseits Punkte für das Zertifikat am Ende der Schullaufbahn zu sammeln, andererseits aber auch neue Freunde mit ähnlichen Interessen kennenzulernen und mehr über bestimmte Themen zu erfahren, die vielleicht nicht so ausführlich in der Schule besprochen werden können. Diese Teilnahme ist keinesfalls selbstverständlich, denn man muss sich bewerben und letztendlich Glück haben einen der sehr beliebten Plätze zu ergattern.

 

 
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Ich hatte das Glück an einem Camp über die DNA-Analyse teilnehmen zu dürfen (insgesamt 20 Plätze). Dieses Camp fand vom 29.05.2017- 02.06.2017 in Bremen an der Jacobs University (Privatuniversität) statt. Die Anreise erfolgte per Zug, wobei man das Ticket selbst bezahlen musste. Dieser Preis ist allerdings verkraftbar, wenn man bedenkt, dass Unterkunft und Verpflegung vom MINT-EC gestellt wurden. Ich muss gestehen, dass man als einziger Schüler einer Schule etwas nervös und möglicherweise auch ängstlich ist, fünf Tage an einem fremden Ort zu verbringen mit fremden Personen. Allerdings verpufft dieses Unwohlsein sehr schnell, da man meist schon auf dem Weg zur Universität andere Teilnehmer trifft und schnell ins Gespräch kommt. Hierbei merkt man schon, dass man Gemeinsamkeiten hat.

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Nachdem am ersten Tag die Zimmer bezogen wurden, ging es anschließend sofort mit dem Programm los, denn es gab viel zu lernen. Aber keine Angst, sowohl die Betreuer der Universität selbst, als auch der Betreuer von MINT-EC waren zuvorkommend, freundlich, geduldig und aufgeschlossen. Ich hatte anfangs die schlimmsten Befürchtungen wegen des straffen Zeitplans, aber diese wurden von Anfang an widerlegt. Nach dem gemeinsamen Frühstück fing der Tag mit einer Theorieeinheit an, bevor es ins Labor ging. Schließlich müssen zuerst die Grundlagen gegeben sein, damit man das verstehen kann, was man später im Labor macht. Die Theorie war keineswegs trocken und langweilig, sondern spannend. Man musste kein Vorwissen in diesem Bereich mitbringen, lediglich Interesse, denn alle Abläufe und Techniken (wie die PCR (= Polymerase Chain Reaction / dt. Polymerase-Kettenreaktion) wurden genauestens erläutert und sogar noch vertieft, sodass es für Schüler, die schon Vorwissen hatten, auch nicht langweilig wurde. Man konnte die Begeisterung der Betreuer, die uns alles beigebracht haben, richtig merken, wodurch man selbst von den Themen mitgerissen wurde.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen ging es dann ins Labor. Dort machte man uns mit den Sicherheitsanweisungen vertraut, bevor die Versuche beginnen konnten und wir in Zweiergruppen den Versuchsanweisungen folgten. Das Arbeiten mit Mikropipetten, der Gelelektrophorese oder der PCR macht nicht nur Spaß, sondern bietet auch die Möglichkeit die Abläufe im Labor kennenzulernen, besonders, wenn man später in diesem Bereich arbeiten will. In den Pausen haben wir dank des schönen Wetters draußen täglich Plenen gehalten, um uns besser kennenzulernen, das Team-Gefühl zu stärken und Feedback zum Tag zu geben, welches am nächsten Tag meist direkt umgesetzt wurde. So habe ich in dieser Woche neue Freunde gefunden und spannende Experimente über den Transfer von Kleinstvolumina, den genetischen Fingerabdruck und gentechnisch veränderte Lebensmittel gemacht.

Ein großes Lob muss in diesem Zusammenhang auch an die Organisatoren gemacht werden, da alles nahtlos verlaufen ist und alle immer gut informiert waren, sodass keine Missverständnisse entstanden sind. Die Betreuer im Labor waren nicht nur hilfsbereit, sondern auch voller Vertrauen in uns, was ich persönlich sehr zu schätzen weiß, da man so freier arbeiten konnte, aber dennoch nie verlassen gewirkt hat.

Als die fünf Tage vorbei waren, hätte man am liebsten noch weiter geforscht und die anderen besser kennengelernt, aber irgendwann muss auch das schönste Erlebnis zu Ende gehen. Ich empfehle jedem solche MINT-Camps, der im naturwissenschaftlichen Bereich interessiert ist und/oder dort mal arbeiten will, denn sie eröffnen einem neue Möglichkeiten, die über den Horizont des Schulwissens hinausgehen (was wohl an dem Zeitdruck liegt). Außerdem ist so ein Camp eine gute Möglichkeit MINT-Punkte zu sammeln, um dem Zertifikat ein Stückchen näher zu kommen.

Bildquelle: MINT-EC