Spanisch als Türöffner in die Berufswelt

Sechs Schüler des Röntgen-Gymnasiums haben in diesem Jahr erstmals die Fremdsprachenprüfung Spanisch der Industrie-und Handelskammer (IHK) in Düsseldorf abgelegt und allesamt mit Bravour bestanden. Für die Schüler ist das eine wichtige Zusatzqualifikation in ihrem Lebenslauf, die später auch ein echter Türöffner sein kann.

Wer Spanisch in der Schule gelernt hat, kommt in der Regel gut durch den Sommerurlaub: Die kurze Frage nach dem Weg und die klassische Bestellung an der Strandbar "una cerveza, por favor", dürften kein Problem sein. Wer sich aber für die Fremdsprachenprüfung der IHK anmeldet, muss deutlich mehr Kenntnisse vorweisen, erklärt Alexander Gropper.

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Foto: Jürgen Moll

Der Spanischlehrer am Röntgen-Gymnasium hat erstmals sechs Schützlinge für die anspruchsvolle Prüfung vorbereitet, in der es nicht um Lehrinhalte geht, sondern ganz praktisch darum, einen Lebenslauf auf Spanisch zu erstellen, ein Bewerbungsgespräch und ein geschäftliches Telefonat in der Fremdsprache zu führen. "Es ist berufsorientiertes Spanisch auf B1-Niveau", erklärt Gropper.

Das ist ein Sprachniveau, das Schüler etwa nach vier Jahren erreichen. Die Kenntnisse haben sie sich in rund 30 Zusatzstunden abseits ihres normalen Schulpensums angeeignet. Schwierig fanden die sechs nun zertifizierten Spanischschüler die Prüfung nicht. "Es war anders als im Unterricht, aber ich würde nicht sagen, dass es schwieriger war", erklärte Pina Nazzareno. Ob sie die neu erlangten Kenntnisse in Zukunft auch tatsächlich brauchen werden, war für die meisten allerdings eher unwichtig. "Ich habe jetzt keine spezifischen Pläne damit, bin einfach nur sprachlich interessiert", erklärte Christina Ostertag. Anna Jakobeit hatte ohnehin einen sprachlichen Schwerpunkt für ihr Abitur gewählt und könne sich - ebenso wie Nina Kaul - vorstellen, später sogar Spanisch zu studieren. Marieke Mügge würde nach dem Abi gerne einige Zeit in Südamerika verbringen, und dafür kommen ihr die neuen Kenntnisse zugute. Pragmatischer ging Linus Terfloth vor: Er absolvierte die Prüfung nahezu mit der maximalen Punktzahl. "Mir ging es eher darum, dass ein solches Zertifikat im Lebenslauf ziemlich gut aussieht und es schon ein echter Luxus ist, dass solch ein Angebot direkt bei uns an der Schule gemacht wird und wir nicht extra einen Sprachkurs besuchen müssen." Das Zertifikat der IHK, bestätigte auch Lehrer Gropper, "ist ein Qualitätssiegel, das Leuten in der Personalabteilung eines Unternehmens zeigt, dass die Schüler neben ihrer sonstigen schulischen Belastung in der Lage waren, sich weiter anzustrengen. Das kann sicherlich ein wichtiger Türöffner in der Berufswelt sein."

Quelle: RP-Online vom 09.03.2017 /Von Cristina Segovia-Buendía